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Donnerstag, 11. Juni 2015

Wenn Gutes in Böses "umgedeutet" wird! Die wahre Bedeutung der "symbiotischen Beziehung"


Nachdem betroffene Eltern und Rechtsanwälte zunehmend die Beschreibung einer angeblichen "Erziehungsfähigkeit" kritisch zu hinterfragen begonnen haben und sich immer mehr herumspricht, dass es so etwas wie eine "Eigenschaft der Erziehungsfähigkeit oder Erziehungsgeeignetheit" überhaupt nicht gibt, werden von der Jugendhilfeindustrie neue Begrifflichkeiten geschaffen, welche bei Eltern und Nichtexperten verblüffende Irreführungen und Fehlannahmen hervorrufen.

Dazu zählt z.B. der Begriff "symbiotische Beziehung". In der Kinder- und Jugendhilfe, wie auch bei Familiengerichten wird diese Umschreibung benutzt, um Eltern mit angeblich "kranker" Eltern-Kind-Beziehung zu umschreiben. Die tatsächliche Bedeutung des Begriffes umschreibt jedoch das Gegenteil !

Wie die "Erziehungsfähigkeit" oder "Erziehungsgeeignetheit" ist auch die neu geschaffene Bezeichnung "symbiotische Beziehung" weder in der (klinischen) Psychologie, noch in der Erziehungswissenschaft geläufig.

Ursprünglich stammt der Begriff "Symbiose" aus der Biologie und umschreibt eine Gemeinschaft, die für beide Partner vorteilhaft ist, nicht mehr und nicht weniger.

Eltern-Kind- Beziehungen, d.h. Familien sind von Natur aus Beziehungen, welche als "Gemeinschaft, die für beide Partner vorteilhaft ist" angelegt sind. 

Die "Diagnose", es bestehe eine "symbiotische Beziehung" zwischen Vater-Sohn, Mutter-Tochter, Vater-Tochter oder Mutter-Sohn sagt damit aus, dass zwischen Eltern und Kind eine natürliche gesunde Beziehung besteht.  Eine Kindeswohlgefährdung kann somit für jene Elternteile, welche dieses Etikett "verpasst" bekommen haben, definitiv ausgeschlossen werden.

Sofern Ihnen also die "Diagnose", Sie hätten mit Ihrem Kind eine "symbiotische Beziehung" verpasst wird, ist dies genau genommen ein großes Kompliment.

Denn eine Eltern-Kind-Beziehung, welche für beide vorteilhaft ist, schließt von vorherein aus, dass das Kindeswohl gefährdet sein könnte.

Eine nicht-symbiotische Beziehung besteht z.B. dann, wenn die Beziehung "nur" das Kind oder "nur" für den Elternteil vorteilhaft ist.
  • Im ersten Fall (= vorteilhaft nur für das Kind) ist nicht von einer Kindeswohlgefährdung auszugehen
  • Im zweiten Fall (= vorteilhaft nur für den Elternteil) muss eine Kindeswohlgefährdung zumindest geprüft werden.

FAZIT: Eine symbiotische Beziehung ist lediglich ein anderer Begriff dafür, was unter einem "gesunden" Familiensystem zu verstehen ist. Eine symbiotische Beziehung stellen z.B. auch  enge freundschaftliche Beziehungen dar. Gute Freundschaften sind durch das Merkmal der wechselseitigen vorteilhaften Beziehung (= Symbiose) gekennzeichnet.


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