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Dienstag, 12. Mai 2015

Kinderpsychiatrische Zwangsunterbringung eines 10 1/2 -Jährigen im ZI Mannheim nach Verdachtsdiagnosen von Konstantin Mechler und Dr. med. Sandra Gerstner für 7 Wochen !

Blogbeitrag Nr. 3 Amtsgericht Wiesloch:
Zum Wohle des Kindes oder zum Wohle der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Abteilung des Zentralinstitutes für Seelische Gesundheit in Mannheim? 

Die Vorgeschichte dieses Falles können Sie hier: und hier: nachlesen.
Obwohl ein Kindesmisshandlungsverdacht gegen den Vater im Raume stand, hatte die SV Alexandra Ehmke aus Heidelberg konstatiert:

Die Angaben, die "X" in den gutachterlichen Explorationen gemacht hat, weisen nicht darauf hin, dass er Opfer gravierender Übergriffe durch den Vater wurde".......

Die familiengerichtliche Fallbehandlung durch Richterin Fürstenau wirft die Frage auf, inwieweit Richterin Fürstenau sich den in unserer Verfassung verankerten Grundrechten bei Ausübung ihrer Rechtsprechungstätigkeit tatsächlich verpflichtet fühlt.

Obwohl Zweifel zum Wohlergehen der Kinder beim Vater nach wie vor nicht ausgeräumt worden waren, hat Richterin Fürstenau - ohne nachvollziehbare Begründung - zum Zwecke der Zwangsbegutachtung das Kind, welches eine väterliche Misshandlung beklagt hatte der Obhut des Vaters per Entzug des mütterlichen Aufenthaltsbestimmungsrechtes und der Gesundheitssorge übergeben.(siehe Berichte zuvor)

Das im vorliegenden Fall betroffene Kind befand sich dann seit Februar 2015 auf Anordnung von Richterin Fürstenau bei seinem Vater bzw. in der Obhut der Lebensgefährtin des Vaters. Das Kind durfte nachdem die Richterin das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf seien Vater übertragen hatte, auf "Anordnung" des Vaters seine Mutter nicht mehr sehen, während der Vater regelmäßig am Wochenende die Geschwister des Jungen zu sich holte. Wenigstens konnte so das Kind seine Geschwister sehen.

Das Umgangsverbot des Vaters begründet dieser von Anfang an mit dem Umstand, dass die Mutter ihren Sohn nicht bei der zwangspsychiatrischen Untersuchung im ZI in Mannheim unterstütze und dass deshalb das Kind den dringenden Wunsch äußere nach Hause zu seiner Mutter und seinen Geschwistern zu dürfen. Da der Wunsch des Kindes eine zwangspsychiatrische Untersuchung des Kindes stört.....haben sich nach Angaben der Mutter die behandelndenÄrzte am ZI Mannheim der Auffassung des Vaters angeschlossen.

Die behandelnden Ärzte sehen keine Beeinträchtigung des Kindeswohles wenn diese zum Zwecke der Zwangsuntersuchung das Kind gegen seinen Willen im Zentralinstitut für seelische Gesundheit geschlossen unterbringen................ Nach derzeitigem Kenntnisstand der Mutter ist das Kind von der Klinik ohne eine ärztliche Krankenhausverordnung direkt aufgenommen worden. Sofern diese Angaben zuträfen, läge ein Verstoß gegen geltende Gesetze und Verordnungen des Krankenversicherungsrechtes vor. (§ 27 Abs. 1 Satz SGB V, § 39 Abs. 1 Satz 2  SGB V)

Die per Fax am 08.Mai an das AG Wiesloch gerichtete "Antragsschrift" des Vaters zur zwangspsychiatrischen stationären Unterbringung seines Sohnes in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Abteilung 3c des ZI Mannheim:






und die von Oberärztin Dr. med. Sandra Gerstner und Assistenzarzt Konstantin Mechler (vor Antragstellung des Vaters) an das Amtsgericht Wiesloch versandte Begründung für die geschlossene Unterbringung des Kindes, welche lediglich Verdachtsdiagnosen = Vermutungen gemäß Pschyrembel, 257. A. (1994), S. 322! enthält.

Anm.: Der Fall Mollath ist aufgrund von "Verdachtsdiagnosen"  so bekannt geworden.......(vgl.Katalog der potentiellen forensischenGutachtenfehler Diagnose-Fehler (DiagF))

  - beachtenSie die Reihenfolge ! :
1. Arztbrief an das ZI Mannheim eingegangen beim AG Wiesloch 14:05 Uhr
2. Antragsschrift des Vaters eingegangen beim AG Wiesloch um 14:40 Uhr





















Diese ärztliche Stellungnahme der Oberärztin Dr. med Sandra Gerstner und des Assistenzarztes Konstantin Mechler reichte für das Amtsgericht Wiesloch und Richterin Fürstenau neben dem Antrag des Vaters zum Erlass einer Einstweiligen Anordnung zur geschlossenen Zwangsunterbringung des Kindes gemäß § 1631b BGB aus:






















 
Aus der Begründung des richterlichen "Schreibtischbeschlusses" von Richterin Fürstenau:
 
Nach dem ärztlichen Zeugnis von Dr. med. Gerstner vom 08.05.2015 bestehen beim Betroffenen aufgrund der geschilderten Symptomatik verschiedene Verdachtsdiagnosen (Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, differentialdiagnostisch Autismus-Spektrum-Störung, differentialdiagnostisch Zwangsstörung, motorische
Tic-Störung), die jedoch noch einer differenzierten und umfassenden diagnostischen Abklärung bedürfen.

Das betroffene Kind ist von der Richterin nicht angehört worden. Auch das Jugendamt schweigt dazu. 
 
Gesetzliche Vorschriften zur Anordnung freiheitsentziehender Maßnahmen gegenüber Kindern:
A. 1631b BGB 

§ 1631b BGB
Mit Freiheitsentziehung verbundene Unterbringung

Eine Unterbringung des Kindes, die mit Freiheitsentziehung verbunden ist, bedarf der Genehmigung des Familiengerichts. Die Unterbringung ist zulässig, wenn sie zum Wohl des Kindes, insbesondere zur Abwendung einer erheblichen Selbst- oder Fremdgefährdung, erforderlich ist und der Gefahr nicht auf andere Weise, auch nicht durch andere öffentliche Hilfen, begegnet werden kann. Ohne die Genehmigung ist die Unterbringung nur zulässig, wenn mit dem Aufschub Gefahr verbunden ist; die Genehmigung ist unverzüglich nachzuholen.

Erläuterungen des Gesetzgebers zum § 1631b BGB:
Ad. Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit, sowie fehlende Alternativen (Bt.-Drs. 16/6815, Seite 13-14:
.....dass die ge-schlossene Unterbringung aus Gründen des Kindeswohls erforderlich und verhältnismäßig sein muss. So ist insbeson-dere der Vorrang anderer öffentlicher Hilfen zu beachten. Der Maßstab der Erforderlichkeit trägt dem Umstand Rech-nung, dass das Familiengericht im Verfahren nach § 1631b eine Entscheidung der sorgeberechtigten Eltern überprüft, denen im Rahmen ihres Interpretationsprimats (Artikel 6 Abs. 2 Satz 1 GG) ein Spielraum bei der Ausübung des Aufenthaltsbestimmungsrechts zufällt. Die Entscheidung des Gerichts hat zugleich dem Freiheitsrecht des Minderjährigen Rechnung zu tragen. Eine geschlossene Unterbringung kommt daher nur als letztes Mittel und nur für die kürzeste angemessene Zeit in Betracht (vgl. auch Artikel 37 Buchstabe b der UN-Kinderrechtekonvention).

Detaillierte Ausführungen zum Verfahren und zu den Voraussetzungen freiheitsentziehender Maßnahmen können Sie im Fachaufsatz von Rechtsanwältin Frau Birgit Hoffmann nachlesen:

Freiheitsentziehende Unterbringung von Kindern undJugendlichen – Rechtslage nach Neufassung des § 1631 b BGB und Inkrafttreten des FamFG

Fortsetzung folgt.......


 

Kommentare:

  1. Was hat die Mutter dem Kind angetan, dass es soweit kommen musste? Wie in § 1631b BGB dargelegt müssen einige Bedingungen erfüllt sein, bevor eine Unterbringung möglich ist!

    Und bzgl. des Kindesmisshandlungsverdacht gegenüber dem Vater ist es doch gerade gut für das Kind, wenn es stationär untergebracht wird?

    Wer entscheidet, wenn sich Mutter und Vater nicht einig sind? Sollte es nicht so sein, dass sich neutrale Personen die Situation anschauen sollten um dann z.B. einem Gericht Entscheidungshilfen zu geben? Vielleicht ist ja genau dies in diesem Fall geschehen? Vielleicht läuft das alles schon mehrere Jahre, dass es dem Kind (bei der Mutter) nicht gut geht?

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  2. http://www.dgkjp.de/aktuelles/stellungnahmen/183-stellungnahme-der-dgkjp-zur-schliessung-der-jugendhilfeeinrichtungen-der-haasenburg-gmbh

    Parallelen drängen sich hier auf !!
    Da distanziert sich die DKJP von den Haasenburg Heimen und praktizieren in ihrem eigenen Hause nichts anderes.

    Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Tobias Banaschewski
    Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im ZI Mannheim (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit) ist zugleich Vorstand im DGKJP !!!

    Wenn es kritisch wird dann distanziert sich der dgkjp von derartigen menschenverachtenden Zwangsuntersuchungsmethoden und praktiziert diese dann in ihren eigenen Häusern ?!

    Doppelmoral? oder Skandal? Unwissenheit? Naivität? oder einfach nur den wirtschaftlichen Vorteil im Blick?

    Unfassbar, wie das ZI Mannheim, hier vermutlich noch auf Kosten der öffentlichen Krankenkassen sich zur Zwangsbehandlung gegenüber einem wehrlosen Kinde ermächtigt sieht.

    Das Jugendamt ist in der Klinik Stammkunde, wenn das JA Ergänzungspfleger oder Amtsvormund ist (sic!). Die mit dem Jugendamt eng kooperierenden Gerichtsgutachter arbeiten ebenfalls mit der Klinik zusammen. Deshalb wundert die Empfehlung der Rechtspsychologin Alexandra Ehmke überhaupt nicht. Die Justiz macht hier mit und schützt diese Gutachter. So wird die Kinderindustrie im Sinne des "Gelsenkirchener Modells" bedient.....

    Wer die gut vernetzte Organisation des ZI Mannheim kennt, wundert sich über nichts mehr. Diese Ärzte verdienen nebenher als "Dank" für Ihre Zwangsbehandlungen selbst auch noch gute Zusatzhonorare über Gerichtsgutachten und als gerichtliche Zeugen.......Die Ärzte haben hierfür ausreichend Zeit....

    Wer seine Kinder liebt, sollte solche Ärzte, welche ein Kind als "ihr Verfügungsobjekt" betrachten, lieber meiden. Es ist kaum vorstellbar, dass diese Ärzte Einfühlungsvermögen in die Psyche eines Kindes haben, noch weniger ist vorstellbar dass diese Ärzte eine sinnvolle Therapie durchführen könnten.

    P.S. Es gibt keine Forschung, welche belegt, dass stationäre Zwangsuntersuchungen dem Wohle eines Kindes - auch nicht eines kindlichen Patienten - dient. Diese Ärzte haben wohl noch nie etwas von Deprivations- und Hospitalisierungsfolgen gehört. Wann werden Kinderärzte bzw. Kinderpsychiater endlich besser ausgebildet?

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