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Freitag, 21. Mai 2010

Merkwürdige Antwort einer Ärztekammer im Falle einer Schweigepflichtverletzung

Offenbar kann und darf man keinem Arzt mehr trauen, geht es nach der Rechtsabteilung dieser Ärztekammer.


Betroffene hatten eine Beschwerde an die zuständige Ärztekammer geschickt. Darin enthalten waren nachweisbare Schweigepflichtverletzungen eines Kinderarztes und einer Klinik. Das Jugendamt hat dem Kinderarzt gegenüber behauptet, im Kindergarten seien Misshandlungszeichen aufgetreten und den Arzt um Auskunft und Nachforschung gebeten. Der Arzt ist umgehend dieser Anfrage nachgekommen obwohl aus ärztlicher Sicht keine Kindeswohlgefährdung vorgelegen hatte. Darauf hat er dann auch in seiner Stellungnahme hingewiesen.

Die Arztberichte der Klinik sind vom Kinderarzt veranlasst worden und ohne Wissen der sorgeberechtigten Betroffenen an das Jugendamt geschickt worden. Erst über die Gerichtsakte haben die Betroffenen Kenntnis von dieser Schweigepflichtverletzung erlangt.

Die Ärztekammer sah darin keine Verletzung von berufsrechtlichen Vorschriften.
Im Zuständigkeitsbereich dieser Ärztekammer gab es im Übrigen noch andere Fälle von ähnlich gelagerten Schweigepflichtverletzungen, welche ebenfalls nur aufgrund eines vom Jugendamt geäußerten Verdachtes ohne Wissen und Kenntnis der Betroffenen versandt worden waren.

FAZIT: Geht es nach dieser Ärztekammer darf jeder Arzt Auskunft an Behörden über Sie und Ihre Kinder erteilen. 

Vergessen dürfen die Betroffenen offenbar diese Regelungen:

§ 9
Schweigepflicht

(1) Ärztinnen und Ärzte haben über das, was ihnen in ihrer ärztlichen Eigenschaft anvertraut oder bekannt geworden ist – auch über den Tod der Patientin bzw. des Patienten hinaus – zu schweigen. Dazu gehören auch schriftliche Mitteilungen der Patientin bzw. des Patienten, ärztliche Aufzeichnungen, Röntgenaufnahmen und sonstige Untersuchungsbefunde.
(2) Ärztinnen und Ärzte sind zur Offenbarung befugt, soweit sie von der Schweigepflicht entbunden worden sind oder soweit die Offenbarung zum Schutze eines höherwertigen Rechtsgutes erforderlich ist. Gesetzliche Aussage- und Anzeigepflichten bleiben unberührt. Soweit gesetzliche Vorschriften die ärztliche Schweigepflicht einschränken, soll die Patientin oder der Patient darüber unterrichtet werden.

Wie sollen sich Eltern verhalten, wen sie unter solchen Umständen einem Arzt nicht mehr trauen dürfen? Es gibt sehr viele Ärzte, welche ihre Schweigepflicht sehr ernst nehmen. Eigentlich soll eine Ärztekammer dafür Sorge tragen, dass Patienten den ärztlichen Berufsordnungen und der gesetzlichen Schweigepflicht trauen können. Außerdem sollte eine Ärztekammer dafür Sorge tragen, dass jene Ärzte, welche hohe moralisch-ethische Ansprüche an sich selbst stellen, nicht durch Ärzte, welche wie hier grob fahrlässig mit ihrer Schweigepflicht umgehen in Misskredit gebracht werden. Damit schadet diese Ärztekammer dem Ansehen aller Ärzte.

Glücklicherweise gibt es auch Ärztekammern, welche die gesetzliche Schweigepflicht tatsächlich ernst nehmen. Bleibt zu hoffen, dass diese Ärztekammer ein Einzelfall bleibt.

1 Kommentar:

  1. Gut das ich bis jetzt nicht beim Arzt war . Gerne würde ich ich mich persönlich mit Ihnen in Verbindung setzen . Da Sie aus der "Nähe" sind würde mich intressieren ob Sie auch eventuell negative Erfahrungen / Berichte kennen aus dem JA GT
    Da es bei uns ein etwas komplizierter Fall ist und die Hilfe die wir uns wünschten nicht bekommen hatten , sondern nur "Gespräche" stattfanden .

    Die JA Mitarbeiter die immer zerstörerisch arbeiten , den müssten auch deren Familie zerstört werden . Da wundert mich auch nichts mehr von diesen Amokläufen ,wo Väter Ihre Familie auslöschen , wer weiß ob da nicht schon das JA mitgewirkt hatte und das halt in den Medien nicht veröffentlicht wird . Es brodelt ganz gewaltig

    Gruß

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