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Samstag, 13. Februar 2010

Tipps im Umgang mit JugendamtsmitarbeiterInnen

Wer mit dem Jugendamt - unabhängig von den Ursachen - zu tun bekommt, sollte einige Regeln beachten:
  • 1. Versuchen Sie möglichst sachlich zu bleiben. 
  • 2. Erläutern Sie in der Ich-Form wie Sie die / Ihre Situation erleben
  • 3. Vermeiden Sie persönliche Vorwürfe und Anfeindungen
  • 4. Wenn Sie die Handlungen/ Vorgehensweisen der JugendamtsmitarbeiterInnen nicht nachvollziehen können, fragen Sie nach.
  • 5. Sofern Sie keine Antwort bekommen, stellen Sie Ihre Anfrage schriftlich. Wichtig: Bleiben Sie immer sachlich und freundlich.
  • 6. Hüten Sie sich vor Vereinen oder HelferInnen, welche Ihnen empfehlen radikal vorzugehen.
Manche SPFH-Einsätze scheitern, weil betroffene Eltern dem Jugendamt und den MitarbeiterInnen der sozialpädagogischen Familienhilfe von vornherein mit großem Widerstand begegnen. Damit schaden sich Betroffene ganz besonders. Sofern Sie Probleme  mit einzelnen SPFH-MitarbeiterInnen haben, bitten Sie um ein Hilfeplangespräch und teilen Sie dies möglichst sachlich und ohne persönliche Herabsetzung dem Jugendamt mit. Weisen Sie darauf hin, dass Sie nichts gegen den SPFH-Einsatz haben und nur die Chemie zwischen Ihnen und der/dem SPFH-MitarbeiterIn nicht stimmt. Das Jugendamt hat dann die Möglichkeit gemäß § 5 SGB VIII (= Wunsch- und Wahlrecht) Ihnen eine neue SPFH-Fachkraft zur Seite zu stellen.

Bedenken Sie: JugendamtsmitarbeiterInnen stehen unter großem Druck:

Entweder wird JugendamtsmitarbeiterInnen vorgeworfen vorzeitig 
oder zu heftig einzugreifen 
oder es wird ihnen vorgeworfen zu lange zugewartet zu haben. 

Damit liegt auf den MitarbeiterInnen von Anfang an eine schwere Last. Egal wie sie vorgehen: es ist sehr schwer, wirklich allem und jedem gerecht zu werden.

Hier im Blog bekommen Sie nur die Fälle zu lesen, bei welchen Jugendämter durch fragliche Vorgehensweisen auffallen. Daher warne ich vor Verallgemeinerungen. Ich kenne auch Fälle, bei welchen Jugendämter vorbildlich betroffene Familien und Eltern unterstützen. Es ist daher schade, dass Betroffene sich selten melden, wenn ihr Jugendamt ihnen so helfen konnte, dass alle Seiten eine gute Lösung gefunden haben.

Und auch für die hier im Blog geschilderten Fälle gilt: Vielfach sind die Jugendämter völlig überlastet, haben zu wenig Personal und das Fehlen einer Rechtsaufsicht für Jugendämter führt dazu, dass Jugendamtsmitarbeiter Ihre Vorgehensweisen in alleiniger Verantwortung wahrnehmen müssen, ohne dass sie von dritter Seite eine Kontrolle bzw. Bestätigung für ihr Handeln erfahren.
Da das Handeln von Jugendämtern ausschließlich von Verwaltungsgerichten kontrolliert wird und leider viel zu selten fehlerhaftes Handeln beklagt wird, fehlen notwendige Rückmeldungen zu Fragen über die Einhaltung der für Jugendämter geltenden fachlichen Standards.

Per Gesetz haben Bürgermeister und Landräte die Dienstaufsicht über Jugendämter. Diese Dienstaufsicht ist allerdings wenig praktikabel, da gerade jenen Personen nur in Ausnahmen das Kinder- und Jugendhilfegesetz bekannt ist. Da das Handeln der Jugendämter nur mit Kenntnis des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) überprüft werden kann, hilft eine Dienstaufsichtsbeschwerde nur selten weiter.

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