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Sonntag, 17. Januar 2010

Staatliche Elternentmündigung ohne gesetzliche Grundlage......begleiteter Umgang ohne Richterbeschluss

Anbei ein Bericht eines "begleiteten Umganges". Die Vormündin "erlaubt" - entgegen dem Wunsch des Mädchens -  nur begleitete Umgänge alle 4 Wochen ,  für 4 Stunden (anfangs alle 2 Stunden). Dabei handelt es sich hier nicht um ein Kleinkind! Das hier betroffene Kind ist 13 Jahre alt!

Die zuvor tätige Privatvormündin hat - so wie es den Anschein hatte - im Schulterschluss mit dem zuständigen Jugendamt und Kinderheim 7 Monate lang den Umgang boykottiert (Kindesentziehung ist gemäß § 235 StGB eine Straftat. Wie man dagegen - auch bei Vormündern! vorgehen kann können Sie hier: Anzeigen bei Kindesentzug - § 235 StGB: "Anzeigen bei Kindesentzug (§ 235 StGB)" nachlesen + "Rechtsprechungsübersicht zu Sorge und Umgang - Positive Fälle")

Obwohl es keinerlei gerichtliche Anordnung in diesem Fall für diesen Grundrechtseingriff (= begleiteter Umgang) gibt, verlangt die nunmehr tätige Vormündin, dass die Umgänge nur begleitet ablaufen dürfen. Erstaunlich für mich ist in diesem Fall, dass diese Vormündin hinsichtlich ihrer Fachkompetenz ansonsten sehr kompetent erscheint: Die Art und Weise, wie sie mit den Eltern und dem Kind umgeht, ist bis auf die drastische Einschränkung der ansonsten üblichen Umgangsregelungen (alle 14 Tage übers Wochenende) überhaupt nicht zu beanstanden. Im Gegenteil: Die hier betroffenen Eltern, welche besonders üble Erfahrungen mit Sozialpädagogen und Erziehern machen mussten, erfahren hier, dass eine Betreuungsperson sehr um Fairness bemüht scheint.

Eben nur jener eine Punkt, samt ihrer Haltung zu einer Off-Label-Zwangsmedikation mit einem Neuroleptikum des Mädchens gibt auch aus meiner fachlichen Sicht Grund zur Beanstandung:
Die Vormündin beharrt auf begleitete Umgänge und bemühte sich hinsichtlich der zwangsweisen Gabe von Risperdal (entgegen den Empfehlungen der Roten Liste - siehe mein Beitrag dazu: Heimkind unter Neuroleptikumdauergabe: Jugendamt übt Druck auf fragende Eltern aus)
nicht ersichtlich um Aufklärung gegenüber den Eltern.

Begleitete, nicht beaufsichtigte! Umgänge sind eigentlich nur für wenige Termine üblich, wenn lange Zeit kein Umgang stattgefunden hat oder wenn Voraussetzungen vorliegen, welche einen begleiteten Umgang notwendig werden lassen. Der begleitete Umgang schränkt den gesetzlichen Umgang gemäß §§ 1684-1686 BGB in grundrechtseinschränkender Weise ein. Er stellt einen Eingriff in das Elterngrundrecht gemäß Artikel 6 Grundgesetz, sowie gegen Artikel 8 Europäische Menschenrechtskonvention dar. Umgangsboykott und Umgangseinschränkungen unterliegen dem Richtervorbehalt, so dass begleiteter Umgang nur vollzogen werden darf, wenn ein Familiengericht diesen anordnet oder wenn die Eltern diesem  ausdrücklich zustimmen. Siehe auch: Betreuter Umgang – Wikipedia: "Betreuter Umgang"

Und hier die gesetzlichen Bestimmungen zum begleiteten Umgang (§ 1684, Satz 4 BGB):
(4) Das Familiengericht kann das Umgangsrecht oder den Vollzug früherer Entscheidungen über das Umgangsrecht einschränken oder ausschließen, soweit dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Eine Entscheidung, die das Umgangsrecht oder seinen Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt oder ausschließt, kann nur ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre. Das Familiengericht kann insbesondere anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist. Dritter kann auch ein Träger der Jugendhilfe oder ein Verein sein; dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson die Aufgabe wahrnimmt.
Um die Fragen des Umgangs zu regeln gibt es zwischenzeitlich auch hierfür entwickelte Standards. Auf ihrer Webseite verweist die hier tätige Vormündin ausdrücklich darauf, dass sie sich an diesen Standards orientiere:

"Bei der Umsetzung des Begleiteten Umgangs orientiere ich mich an den "vorläufigen deutschen Standards zum begleiteten Umgang" des Staatsinstitutes für Frühpädagogik München."
Wer diese Standards (PDF: Vorläufige deutsche Standards zum begleiteten Umgang ) sich zu Gemüte führt, muss jedoch feststellen, dass die Vormündin in diesem Fall übersieht, dass keine der dort erwähnten Voraussetzungen vorliegen. Sicherlich noch korrekt war, dass die Vormündin zur Einleitung und Anbahnung des Umganges zunächst begleitete Umgänge ansetzte. Die langen Zeitabstände sind allerdings von Anfang an nur sehr schwer nachvollziehbar.

Zwischenzeitlich haben mehrere Umgänge stattgefunden und die Protokolle des Umgangs zeigen, dass das Kind eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Eltern hat und sich nichts sehnlicher wünscht, als dass die Umgänge länger dauern. Das Kinderheim moniert, dass das Kind nach den Umgängen etwas "aufgeregter" als sonst ist. Wen wundert dies, schließlich muss das Kind hier gegen seinen und seiner Eltern willen seit Jahren mit Hilfe eines ruhigstellenden Neuroleptikums sich im Kinderheim aufhalten, ohne dass in diesem Fall dem Familiengericht und den fachlichen Beiständen objektive Fakten für die Notwendigkeit einer Fremdunterbringung im verfassungsrechtlichen Sinne bekannt sind (Urteil des BVerfG zu § 1666 - Kindeswohl(gefährdung) - 1 BvR 476/04 - Zitat aus dem Urteil: Eingriffsgrenzen des Staates):
Eine gerichtliche Entscheidung, nach der die Trennung des Kindes von seinen Eltern fortdauern kann, ist mit dem in Art. 6 Abs. 2 und Abs. 3 GG gewährleisteten Elternrecht nur dann vereinbar, wenn ein schwerwiegendes - auch unverschuldetes - Fehlverhalten und entsprechend eine erhebliche Gefährdung des Kindeswohls vorliegen. Nicht jedes Versagen oder jede Nachlässigkeit der Eltern berechtigt den Staat auf der Grundlage seines ihm nach Art. 6 Abs. 2 Satz 2 GG zukommenden Wächteramtes (vgl.BVerfGE 7, 320 <323>; 59, 360 <376>), jene von der Pflege und Erziehung ihres Kindes auszuschalten oder gar selbst diese Aufgabe zu übernehmen (vgl. BVerfGE 24, 119 <144>;60, 79 <91> ). Das elterliche Fehlverhalten muss daher ein solches Ausmaß erreichen, dass das Kind bei einem Verbleiben in der Familie in seinem körperlichen, geistigen oder seelischen Wohl nachhaltig gefährdet ist (vgl.BVerfGE 60, 79 <91>). 
Zurück zu den von der Vormündin weiterhin verlangten "begleiteten Umgängen". Da die Vormündin sich auf die Einhaltung der Standards zum begleiteten Umgang beruft, lohnt sich ein Blick in das PDF: Vorläufige deutsche Standards zum begleiteten Umgang :

Nach der dortigen Information führt die Vormündin in diesem Fall nicht nur einen begleiteten, sondern einen sog. "beaufsichtigten Umgang" durch. Zitat, siehe Dokument, PDF: Vorläufige deutsche Standards zum begleiteten Umgang Seite 10)

3.3 Beaufsichtigter Umgang
Primäres Ziel des beaufsichtigten Umgangs ist das Ermöglichen von Eltern-Kind-Kontakten in Situationen, in denen eine direkte Gefährdung des Kindes seitens des umgangsberechtigten Elternteils nicht ausgeschlossen werden kann. Die Begleitperson ist während der Eltern-Kind-Kontakte ständig anwesend und
beobachtet direkt oder indirekt ggf. über Video oder Einwegscheibe deren Interaktionen. Der Schutz des Kindes hat absolute Priorität. Interventionen zum Schutz des Kindes erfolgen in erster Linie auf der Eltern-Kind-Ebene während der Umgangskontakte.
Eine flankierende Beratung der Familienmitglieder ist hier stets erforderlich, um Strategien zu entwickeln, die ein kindeswohlgefährdendes Verhalten nicht mehr aufkommen lassen.

So wie die Umgänge verlaufen liegen jedoch die Voraussetzungen für einen beaufsichtigten Umgang nicht vor, so dass hier festgestellt werden kann, dass die Behauptung, die Vormündin orientiere sich an den fachlichen Standards in diesem Punkt nicht bestätigt werden kann.

Sehen wir uns die sog. "Indikationen" für einen begleiteten Umgang (PDF,Dokument, Seite 11,Vorläufige deutsche Standards zum begleiteten Umgang ) an:

1. Indikationen
Bei der Lösung von Umgangskonflikten hat die elterliche Autonomie Vorrang. Soweit die familialen Selbsthilfepotentiale nicht ausreichen, ist unter den Hilfeangeboten für Familien in der Regel der Elternberatung nach § 18 Abs. 3 SGB VIII der Vorzug einzuräumen.
Erst wenn die Elternberatung keine Erfolge zeitigt oder im Einzelfall nicht ausreichend ist, ist (zugleich) die Begleitung der Umgangskontakte in Erwägung zu ziehen. Stets zu beachten ist bei diesem dreistufigen Vorgehen allerdings der Faktor Zeit. Zu vermeiden sind zu lange und damit die Familie belastende Hilfephasen.
Daher sollten z.B. in Fällen, in denen bislang noch kein Eltern-Kind-Kontakt bestand oder die Eltern-Kind-Kontakte seit längerer Zeit abgebrochen sind, parallel zur Beratung sobald wie möglich begleitete Umgangskontakte erfolgen.

Wichtig ist hier die Feststellung:
"Zu vermeiden sind zu lange und damit die Familie belastende Hilfephasen."

Da durch den Umgangsboykott der zuvor tätigen Vormündin eine längere Unterbrechung bestanden hatte, war zunächst eine Begleitung von den Eltern auch akzeptiert worden. Nun sind zwischenzeitlich einige Monate mit einem begleiteten Umgang vergangen und damit ist die Rechtfertigungsgrundlage "Anbahnung eines Umganges nach längerer Pause mit Hilfe eines begleiteten Umganges" gemäß den "Standards" entfallen.


Seite 11 (PDF: Vorläufige deutsche Standards zum begleiteten Umgang )finden sich auch die Standards für die Indikationen eines begleiteten Umganges:


"1.2 Indikationen, die i.d.R. begleiteten Umgang (in einer bestimmten Form) erfordern:
Maßnahmen des begleiteten Umgangs können insbesondere bei den nachfolgend genannten Problemstellungen in Betracht kommen, soweit diese Intervention im Interesse des Kindes oder dessen ausdrücklicher Wunsch ist und/oder im Vorfeld beratende Hilfe für die Eltern zu keinem positiven Ergebnis geführt hat. Diese
Indikationen lassen sich wie folgt kategorisieren:



(1) Belastungen im Verhältnis zwischen Kind und
umgangsberechtigtem Elternteil
(a) fehlender Kontakt oder längere Phasen der Kontaktunterbrechung
(b) starke Konflikte zwischen Kind und umgangsberechtigtem
Elternteil
(c) Entfremdung des Kindes vom umgangsberechtigten Elternteil
(d) Gefahr psychischer Misshandlung des Kindes durch den
umgangsberechtigten Elternteil
(e) Gefahr körperlicher Misshandlung des Kindes durch den
umgangsberechtigten Elternteil
(f) Gefahr der Vernachlässigung des Kindes durch den umgangsberechtigten
Elternteil
(g) Verdacht auf sexuellen Missbrauch des Kindes durch den
umgangsberechtigten Elternteil.
(2) Problemlagen und besondere Lebensumstände
beim umgangsberechtigten Elternteil, sofern daraus
Belastungen für die Eltern-Kind-Beziehung oder Gefährdungen
des Kindeswohls resultieren
(a) unzureichende Erziehungskompetenz
(b) Unzuverlässigkeit und persönliche Labilität
(c) psychische Beeinträchtigung
(d) Konflikte wegen der sexuellen Orientierung (z.B. Homosexualität)
(e) häufig wechselnde Partner
(f) Prostitution
(g) Mitgliedschaft in einer Sekte
(h) Medikamentenabhängigkeit
(i) Alkoholabhängigkeit
(j) Abhängigkeit von harten Drogen
(k) Obdachlosigkeit
(l) Verurteilung wegen schwerer Vermögensdelikte
(m) Verurteilung wegen Straftaten gegen Personen
(n) Inhaftierung.
(3) Probleme bei der Durchführung
der Umgangskontakte
(a) offenkundige psychische Belastung des Kindes durch den
Umgang
(b) starke Verhaltensauffälligkeiten beim Kind, die mit dem
Wechsel bzw. der Übergabe von einem Elternteil zum anderen
einhergingen
(c) Konfrontation des Kindes mit sexuellen Handlungen zwischen
dem umgangsberechtigten Elternteil und einem Dritten
während der Umgangskontakte
(d) fehlende Gewährleistung der Versorgung des Kindes während
der Umgangskontakte durch den umgangsberechtigten
Elternteil
(e) fehlende Gewährleistung der Sicherheit des Kindes durch den
umgangsberechtigten Elternteil z.B. wegen unzureichender
Erziehungskompetenz.

Da keine richterliche Anordnung zur Durchführung eines begleiteten Umganges vorliegt und auch keine o.g. Indikationen in diesem Fall in Frage kommen, überschreitet hier die Vormündin ihre Befugnisse und handelt entgegen ihrer eigenen Feststellung, dass sie sich an diese Standards halten würde:

Lesen Sie dazu den aktuellen Besuchsbericht der Eltern des Kindes (dieser Bericht steht nicht in Widerspruch zu den bislang (auch mir bekannten) sehr positiven Berichten der Vormündin):
 Um 11.00.UHR kam unsere Tochter  mit  der Vormündin.
 Wir begrüssten uns herzlich und stürmisch wie immer, und man konnte  unsererTochter  die Freude deutlich anmerken, dass sie wieder hier bei uns war.
 Wir hatten unserer Tochter  ja beim letzten Mal versprochen, wo sie hier war ihr Zimmer wieder herzurichten, so dass es aussah, wie früher.

Unsere Tochter  war begeistert, sie hat sich Sachen rausgesucht, die sie mit in die Gruppe nehmen wollte, darunter auch ein Kissen aus dem Wohnzimmer, das meinem Vater einmal gehörte.

Unsere Tochter  sagte: „Das möchte ich mitnehmen als Erinnerung an meinen Opa.“
 Wir haben fast die ganzen 2 Stunden gespielt.  Um 12.30.UHR hat die Vormündin gesagt, komm Mädchen  hör mal langsam auf mit dem
 Spielen, wir wollen ja noch besprechen was wir das nächste mal machen zusammen, und wie ihr euch das vorstellt, ist ja schon 12.30.UHR wir müssen so langsam wieder aufräumen,und du kannst mit deinem Vater noch zusammen Essen, sonst wird die Zeit dafür zu knapp.

Unsere Tochter  war sichtlich enttäuscht, das die Zeit schon wieder vorbei war. Sie  sagte, sie würde am liebsten den ganzen Tag hier bleiben.

Die Vormündin sagte dann zu unserer Tochter : „Das nächste mal bist du doch länger hier, da dauert der Besuch 4.Stunden von 11.00
 bis 15.00.UHR.“ Unsere Tochter  war trotzdem enttäuscht, und hat sich echt schwer getan zum Abschied. Sie wäre gerne noch geblieben, das war ihr ganz deutlich anzumerken, sie versuchte auch am Schluss den Besuch in die länge zu ziehen, sie war sehr deprimiert, dass sie nach so kurzer Zeit schon gehen musste..

Die Vormündin sagte zu ihr: „Mach dich mal so langsam fertig wir müssen gleich gehen.“
Unsere Tochter sagte zur Vormündin: „Nö, ich bleibe hier im Sessel sitzen, ich will noch nicht gehen.“

An dieser Stelle haben wir versucht auf ihre Tochter einzuwirken, da die Vormündin in ihren Berichten uns „Zeitüberschreitungen“ bei einem der letzten Besuche in negativem Sinne vorgehalten hatte: „Dann komm Tochter , beim nächsten mal sehen wir uns doch länger, und außerdem  sind es ja nur 3.Wochen bis zum Termin, weil der heutige ja um 1.Woche verschoben worden“

Daraufhin  hat  unsereTochter  dann reagiert, und war dann nicht mehr ganz so enttäuscht, und der Abschied war dann nicht mehr ganz so schlimm für Tochter .

 Wir haben uns dann zusammen noch mal umarmt zum Abschied, und dann ging es. UnsereTochter  hatte sich wieder beruhigt, war aber ein wenig bedrückt. Wir hatten den Eindruck dass sie mit gemischten Gefühlen gegangen ist, einmal die Vorfreude auf den nächsten Besuch, und einmal die Bedrücktheit das sie schon gehen musste, (es war auch für uns nicht leicht).

 Noch eine Anmerkung zum Schluss: UnsereTochter  hat ja das Kissen von ihrem Opa mit genommen. Damals wo sie in der Wohngruppe lebte, wollte sie sogar dass wir ihr den Sessel von Zuhause mitbringen sollten, wo sie immer drin geschlafen hat, als sie noch bei uns gelebt hat. Dies ist uns aber nicht erlaubt worden.

Das Kind lebt seit mehreren Jahren im Kinderheim. Mönchengladbach ist eine Stadt mit unglaublich hohen Fremdunterbringungsraten. Keine andere Stadt in der Nähe veranlasste so viele Fremdunterbringungen in den vergangenen Jahren, wie das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach. Fachleute sprechen hier auch vom "Heimspeckgürtel" Deutschlands, denn in der Mönchengladbacher Umgebung gibt es besonders viele Kinderheime. Es scheint so, dass die hier vorhandenen Heimunterbringungsangebote auch einen entsprechenden Bedarf bzw. eine entsprechende Nachfrage hervorgerufen haben.

Zurück zu den Umgangseinschränkungen, welche für mich als Außenstehende überhaupt nicht nachvollziehbar erscheinen. Die Vormündin scheint entweder unter einem Kontrollzwang zu leiden oder möglicherweise sind es die Stundentarife, welche sie pro begleiteten Umgang abrechnen kann?

Eigentlich ist die hier tätige Vormündin in fachlicher Hinsicht mir besonders positiv aufgefallen. Sie hat es geschafft, dass die hier betroffenen Eltern wieder Vertrauen in das staatliche Handeln gewinnen konnten. Sie hat es auch geschafft, dass eine entspannte Atmosphäre, dank ihrer positiv-vermittelnden Art zwischen den hier beteiligten Personen und Institutionen zustande gekommen ist. Insofern ist die hier tätige Vormündin in diesem Punkt im Sinne des Kindeswohls in bislang äußerst kompetenter Weise unterwegs. Es wäre wirklich zu wünschen, dass es viel mehr Sozialpädagogen und Vormünder mit einer solchen Fachkompetenz gäbe, bzw. dass diese häufiger von Gerichten auch beauftragt werden, mit der Einschränkung, dass solche Vormünder finanziell nicht von begleiteten Umgangsterminen in finanzieller Hinsicht profitieren sollten, bzw. hinsichtlich der Neigung zur bevormundenden Ausübung der Tätigkeit unter Supervision stehen würden.

So gibt es leider auch in diesem Fall diesen "Wermutstropfen":

Denn so richtig erklärbar ist die von der Vormündin gesehene Notwendigkeit eines begleiteten Umganges mit einer solchen drastischen zeitlichen Einschränkung bei einem 13-jährigen Mädchen nicht.
Über die Gründe kann man hier natürlich nur spekulieren:
Möglicherweise geht es darum, dass zwischen Eltern und Kind nicht eine zu große Nähe entstehen soll, müsste doch das hier jeden Monat an diesem Kind gut verdienende Kinderheim Gefahr laufen, dass sich das Kind allzu sehr seinen Eltern annährert und immer mehr nach Hause drängt?  Übt hier vielleicht das Kinderheim auf die Vormündin einen ordentlichen Druck aus? Oder ist es das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach? Möglicherweise hat auch die Vormündin Interesse daran, ihre Einkünfte, welche zwangsläufig durch begleitete Umgänge steigen.....zu verlieren? Diese Erklärungen scheinen mir am naheliegendsten, denn ansonsten überzeugt die Fachkompetenz der Vormündin bislang auf ganzer Linie.

Wie man hier möglicherweise sieht:
Privatvormünder unterliegen denselben Interessenskollisionen wie Kinderheime auch: Nur durch die Betreuung von Mündeln ist der Lebensunterhalt gesichert. Verliert ein Kinderheim oder die Vormündin das Mündel so sind beide auf nachfolgende Aufträge angewiesen........Aus diesem Blickwinkel ist das Handeln der Vormündin wieder nachvollziehbar und aus diesem Blickwinkel gesehen ist nicht nachvollziehbar, dass Einrichtungen und Personen darauf angewiesen sind, dass derartige Einkünfte regelmäßig bzw. gleichmäßig fließen. So kann man auch als Außenstehende(r) sehr gut nachvollziehen, dass privat tätige Vormünder und Kinderheime ständig in einen Gewissens- und Interessenskonflikt geraten können, wenn es um die ureigensten finanziellen Notwendigkeiten oder Interessen geht.

Jedenfalls sieht es in diesem Fall nicht so aus, dass hier das Jugendamt, das Kinderheim bzw. die Vormündin der staatlichen Verpflichtung hinsichtlich einer zeitnahen Rückführung ins Elternhaus nachkommen möchten......In diesem Fall geben weder das Kind, noch die Eltern den Ausschlag für eine Aufrechterhaltung der Heimunterbringung, sondern möglicherweise nur noch die finanziellen Bedürfnisse der beteiligten Dienstleister.

An dieser Stelle ist der Staat gefragt:
Warum gibt es keine vom Jugendamt unabhängigen Behördenteile, welche Heimerziehungsstellen und Vormundschaften ohne Eigeninteressen betreuen können?
Warum gibt es keine Kontrollbehörden für das Jugendamts-, Heim- und Vormundschaftshandeln? Damit könnte die Verflechtung subjektiver finanzieller Bedürfnissen vorgebeugt und ausschließlich den Kindes- und Elterninteressen im Sinne des Gesetzes Rechnung getragen werden. Ich sehe keine andere Möglichkeit eine neutrale und unparteiliche, von subjektiven Interessen unabhängige Betreuung in Zukunft zu gewährleisten.


Kein Grundrechtseingriff ohne gesetzliche Grundlagen, kein Grundrechtseingriff ohne Richterbeschluss.....so steht es in unserem Grundgesetz. Es soll für jeden Bürger gelten.

Für Eltern gelten in Deutschland wohl andere Rechte.....wer sorgt dafür, dass niemand Eltern und Kindern ohne einen gerechten Richterbeschluss das Recht auf Pflege und Zuwendung genommen wird? Wer sorgt dafür, dass Gutachter, Sozialpädagogen, Heimerzieher, Pflegeeltern und Vormünder sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten?


Wer die Verletzung von Menschenrechten in China und anderswo beklagt......sollte hier erst einmal vor der "eigenen Türe kehren".

Ist es verwunderlich, wenn viele Menschen - angesichts solcher Entwicklungen und Erscheinungsformen an Bevormundungen aus längst vergangenen dunklen Zeiten in unserer Geschichte erinnert werden? Kann es sein, dass "moderne" Menschen im 21. Jahrhundert mit mittelalterlichen (Erziehungs-) Methoden in die Grundrechte ihrer Mitmenschen eingreifen?

Eigentlich sollte ein 13-jähriges Mädchen nicht mehr in dieser Form bevormundet werden dürfen: Denn überwachte und beaufsichtigte Umgänge und Telefonate widersprechen den allgemeingültigen Erziehungszielen der Erziehung zu einem mündigen und selbständig denkenden Staatsbürger. Es scheint so, als fiele unser Land in erzieherische Vorgehensweisen längst vergangener Jahrhunderte zurück. Seinerzeit lebeten auch Erwachsene in "Leibeigenschaft" anderer Erwachsener, mit dem kleinen Unterschied, dass seinerzeit keine Gesetze bestimmten, dass Menschen ein Grundrecht auf ein selbstbestimmtes Leben und ein Grundrecht darauf haben ihre Kinder selbst zu erziehen und zu pflegen.
Dass es wieder möglich geworden ist, erwachsenen Menschen und Kinder, welche eigentlich mit 13 Jahren beginnen sollten eine zunehmende Selbständigkeit zu entwickeln, in einem solchen Umfang mit Duldung des Gesetzgebers zu bevormunden.........lässt mich hier ziemlich fassungslos zurück.

Ich wage nicht darüber nachzudenken, wie kränkend und verletzend, ja gegen die Menschenwürde verstoßend, ich persönlich ein solches Handeln einer dritten Person empfinden würde. Wer gibt hier der Vormündin das Recht darüber zu bestimmen, wann, wie und wie lange diese Eltern mit ihrem Kind zusammen sein dürfen.

 Wer behauptet, dass wir in Deutschland in einem "Rechtsstaat" leben, wird hier eines Besseren belehrt!

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