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Samstag, 16. Januar 2010

Beratungsstellen bekommen immer weniger Geld und Kinderheime kassieren dafür ab....

Die Kommunen stöhnen über klamme Gemeindekassen und dennoch werden ohne Sinn und Verstand große Summen für Heimunterbringungen ausgegeben. Eltern welche sich bei Jugendämtern nach erzieherischen Hilfen erkundigen oder um Hilfe bitten, laufen Gefahr, über kurz oder lang ihre Kinder zu verlieren.

Erziehungsmängel werden zur Gefährdung des Kindeswohls erklärt und ohne Rücksicht auf enge emotionale familäre Beziehungen werden Kinder aus "erzieherischen Gründen" den Familien entrissen. Meist geht dem ein erfolgloser Einsatz der Sozialpädagogischen Familienhilfe voraus: schlecht bzw. unzureichend ausgebildete Sozialpädagogen und Erzieher versuchen oftmals ihre eigenen erzieherischen Vorstellungen in der Familie zu verwirklichen,anstatt wie im SGB VIII vorgeschlagen, die erzieherischen Ansprüche mit den vorhandenen Erziehungsgegebenheiten des Klientels abzustimmen.

Zu wenig Einfühlungsvermögen und Verständnis für den Alltag kinderreicher Familien, oft bedingt durch die Kinderlosigkeit der Helfer, und die Fokussierung ausschließlich auf vorhandene Schwächen führen in vielen Fällen zu einem untauglichen Eingriffsversuch.

Das Ergebnis: Anstatt der Familie eine wirklich professionelle Erziehungsberatung zukommen zu lassen bzw. Maßnahmen anzubieten, welche den Erhalt des Familiensystems gewährleisten können, werden Kinder - ohne sich über Alternativen Gedanken zu machen - ins Heim verbracht. Dort ist jedoch nicht unbedingt eine "bessere" Erziehung sicher gestellt, so dass betroffene Kinder nun gleich zweifaches Leid erleben:
  • die Traumatisierung durch die Trennung von den Eltern und die Anonymität der Heimerziehung.
Ein zuvor möglicherweise vorhandener Zuwendungsmangel wird durch die Anzahl der zu betreuenden Kinder pro Heimerzieher vielfach sogar noch verstärkt. So kann es geschehen, dass Heimkinder weniger Zuwendung wie zuvor erfahren.

Wie das Beispiel  "Beratungsstelle für Risikokinder" gibt es auch andere Möglichkeiten, betroffenen Familien zu helfen. Allerdings werden für solche Hilfen die finanziellen Mittel zunehmend gekürzt......

Sa 16.01.10 18:02

Eltern - unerfahren, hilflos, überfordert

Immer wieder hört man von getöteten Säuglingen, misshandelten Babys oder vernachlässigten Kindern. Schnell wird in dem Zusammenhang der Ruf nach "den Behörden" laut. _mehr
Gespart wird, wie der Filmstream im Beitrag zeigt, wo erzieherische Hilfen - ohne den schweren Eingriff in die familiäre Intimsphäre - geleistet werden.  Gespart wird an Stellen, welche noch kompetente Hilfen anbieten können ohne in die familiäre Intimsphäre eindringen zu müssen. 

Verwaltung und Jugendhilfe mit Sinn und Verstand? Wohl eher nicht !

1 Kommentar:

  1. Ein Hauptgrund für die oftmals dilettantischen Hilfen ist nach meiner Erfahrung: Da es meistens die Amtspersonen der Jugendämter sind, die die "helfende" Einrichtung aussuchen, entsteht hier schnell eine Allianz. Äußern Eltern dann Unmut bezüglich der Arbeit der "HelferInnen", wagen sie es, diese zu kritisieren, dann springt die Amtsperson oft unmittelbar den "HelferInnen" zur Seite und droht mit Kindesentzug, wenn die Eltern sich dem Diktat der "HelferInnen" nicht unterwerfen und sich künftig nicht jeglicher Kritik enthalten. Der Totschlag-Vorwurf dabei ist immer "mangelnde oder fehlende Kooperationsbereitschaft". Selbst wenn die Amtsperson sich nicht sofort auf die Seite der "HelferInnen" stellt, ist das Ergebnis dasselbe. Denn die "helfende" Einrichtung hat die Definitionsmacht und kann zur Abwehr jeglicher Kritik entsprechend negative Berichte ans Jugendamt schicken, die allemal tausendmal gewichtiger sind, als alles, was Eltern sagen. So können unfähige "HelferInnen", die dilettantisch, uneffektiv, übergriffig, also schlecht bis grottenschlecht arbeiten, ihre Unfähigkeit durch Machtausübung kaschieren. Qualitätskontrolle - Fehlanzeige. Es ist ein reines Machtverhältnis. Ich kenne zahlreiche solche Beispiele.
    Im übrigen haben solche Einrichtungen aufgrund der herrschenden Strukturen gar kein Interesse daran, Probleme schnell und effektiv in Zusammenarbeit mit der Familie zu lösen, denn dann würden sie ja das einträgliche Geschäft mit der "Problemfamilie" verlieren. So wird dann so lange rumgemurkst, bis das Amt behaupten kann: Wir haben ja schon so viel versucht, aber mit mäßigem Erfolg, nun sollen die Kinder ins Heim. Und dann verdient dieselbe Einrichtung oder eine andere auf unabsehbare Zeit weiter daran.

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