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Mittwoch, 30. Dezember 2009

Gestohlene Kindheit: sie hätten beim Vater aufwachsen können wäre das Jugendamt nicht gewesen.....

EVA MARIA VAASSEN schreibt am 30.12.2009 in der Südwest Presse:Pflegekind einfach versteckt

"Erst ein Suizidversuch hilft einer Jugendlichen aus ihrer Zwangssituation. Ihre Mutter hat sie als Einjährige in Pflege gegeben. Dieser Familie gelingt es, den Vater mit Hilfe der Behörden auf Distanz zu halten."

Nach den Buchstaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes wäre das Jugendamt verpflichtet gewesen, zu überprüfen, ob der hier sorgeberechtigte Vater seiner ehelich!! geborenen Kindern die Sorge hätte übernehmen können. Offenbar haben auch in diesem Fall die angeblich fachlich ausgebildeten Sozialarbeiter versagt und kurzerhand die Kinder in einer Pflegefamilie untergebracht. Wahre Elternliebe, zu welcher durchaus auch Pflegeeltern in der Lage sein können, scheint den beiden jedoch nicht entgegengebracht worden zu sein.

An diesem Fall wird deutlich: Kinder haben vielerorts keine Rechte. Sie werden von Ämtern und, wie in einigen mir bekannten Fällen auch von manchen Pflegefamilien, zur "Verfügungsmasse". Hier werden Pflegekinder und Heimkinder als "Besitz" betrachtet, über welchen "Mensch" nach Gutdünken entscheiden, schalten und walten kann.
  • Hinweis: Kompetente Pflegefamilien, welche sich um einen echten Ersatz des Elternhauses bemühen und ihre Pflegekinder wie eigene Kinder lieb gewonnen haben, ihren Pflegekindern eine elternähnliche Wertschätzung entgegenbringen und nicht des Geldes wegen Pflegekinder haben, haben oftmals dieselben Probleme mit den Behörden, wie die leiblichen Eltern....
Das hehre Ziel der Erziehungswissenschaft, nämlich die Erziehung des Kindes zu einem psychisch gesunden, selbständigen und demokratisch denkenden mündigen Staatsbürger scheint bei staatlicher Erziehungsgewalt bedeutungslos geworden zu sein.

Im August 2007 wird die 16-jährige Schülerin Marianne C. (Name geändert) mit einer Tablettenvergiftung ins Hegau-Klinikum Singen eingeliefert. Ihre Freundin hat den Notarzt verständigt. Wie sich später herausstellt, hatten die Pflegeeltern das völlig benommene Mädchen zum Essen und Fensterputzen gezwungen, anstatt ärztliche Hilfe zu holen. Aufgrund einer Anzeige der Klinik verurteilt das Landgericht Konstanz das Ehepaar im Oktober wegen unterlassener Hilfeleistung zu Geldstrafen. Inzwischen ist das Urteil rechtskräftig. Die Pflegeeltern hatten behauptet, sie hätten "später" Hilfe holen wollen. Ihre Pflegetochter bezeichneten sie als "notorische Lügnerin".
Zum "Wohle der Kinder".....dieser Slogan darf für regelmäßige seelische Kindesmisshandlung herhalten, wenn von Kinderheimen und Pflegeeltern mit Hilfe von Jugendämtern oftmals aus finanziellen Interessen und aus Bequemlichkeit den Kindern die Herkunftseltern vom Leibe gehalten werden.

[....] Obwohl im zuständigen Familiengericht der Scheidungsantrag der Frau mit der Anschrift ihres Mannes liegt, teilt man dem Vormundschaftsgericht mit, dessen Adresse sei unbekannt."Es hatte offensichtlich niemand ein Interesse daran, den Vater zu verständigen, geschweige denn anzuhören", vermutet der Konstanzer Rechtsanwalt Werner Hiemer heute. Er hat den jungen Vater ab 1994 im späteren Sorgerechtsstreit vertreten. Dieser habe die Vorwürfe seiner Frau stets bestritten, meint der Anwalt. Auf ihn machte der Mann damals einen eher liebenswerten Eindruck: "Wie ein nettes Büble, würde ich fast sagen. Der schien wirklich sehr um die Kinder bemüht, und echt verzweifelt." Aufgrund einer Auskunftssperre hatte er keine Möglichkeit, seine Kinder in Deutschland ausfindig zu machen.

In diesem Fall scheint auch beim zuständigen Familiengericht vieles nicht entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gelaufen zu sein. Wie Frau Vaasen in ihrem Bericht schreibt, sei ein Scheidungsverfahren gelaufen. Auch im Jahre 1992 gab es bereits das sog. Verbundverfahren, in welchem die elterliche Sorge geregelt worden war.  Hier hätte dann auch zur Sprache kommen müssen, wohin die Kindesmutter ohne Wissen des Vaters die Kinder gebracht hatte. Die Amtsermittlungspflicht der Familiengerichte war auch im Jahre 1992 die rechtliche Basis, nach welcher Familiengerichte ihre Enscheidungen auszurichten hatten. So bleibt für uns Außenstehende die Frage offen, warum das zuständige Familiengericht die Fremdunterbringung der Kinder in einer Pflegefamilie befürwortet und offenbar zu keinem Zeitpunkt in Erwägung gezogen hatte, dass der Vater seinen Kindern eine - wie sich in diesem Fall zeigt - wohl weitaus unbeschwertere und glücklichere Kindheit hätte bieten können.......

Offenbar hatte auch in diesem Fall das zuständige Jugendamt "ganze Arbeit" geleistet. Diese "Arbeit" ließ sich schon damals nicht mit pädagogischen oder psychologischen Gründen rechtfertigen:

"Erst im September 1993, also fast ein Jahr später, verrät ihm seine Frau, die sich wieder in den USA aufhält, den Aufenthaltsort der Kinder. Er will sie so bald wie möglich nach Hause holen und ruft bei den Pflegeeltern an. Die lügen ihn an: "Hier sind keine Kinder" und erwirken beim Vormundschaftsgericht Singen eine Anordnung, die den Aufenthalt bei ihnen sichert. Der leibliche Vater bleibt wieder außen vor. "Man hat die Kinder relativ kritiklos versteckt", stellt Anwalt Hiemer heute fest. Damit habe "eine schicksalhafte Geschichte begonnen, zu der es nie hätte kommen müssen".

Warum schauen wir nach China und beklagen die dort fehlenden Menschenrechte? Wer hat sich hier für die Menschenrechte der Kinder und ihres Vaters eingesetzt? Viele verschenkte Jahre, zwangsweise der eigenen Familie entzogen, eine entwurzelte Kindheit mit einem verzweifelten Suizidversuch, das ist das Ergebnis des Handelns einer wie hier vielerorts inkompetent arbeitenden staatlichen Behörde und einer dieser Behörde oftmals ausgelieferten Familiengerichtsbarkeit.....

Auch in diesem Fall wird erneut deutlich, dass Jugendämter mit Hilfe von inkompetenten Psychologen (Gutachtern), welche bereit sind solche verfassungswidrigen "zwangsbegutachtenden Umgangstermine"durchzuführen, auf pseudopädagogisch-psychologische Weise einen Beziehungsaufbau eher verhindern als fördern. Hier werden berufsethische Grundsätze leichtfertig und nur des Geldes wegen über Bord geworfen.

Die Behörde favorisierte das psychologische Konzept zur Annäherung der Kinder an den Vater. Tatsächlich quälte man Kinder und Vater mit kurzen Treffen unter Beobachtung eines Psychologen. Der Vater musste aus Amerika anreisen, und zum Teil tagelang im Hotel wartete - oft vergeblich.
Selbst die Politik ist ohnmächtig, wenn deutsche Gerichte und Behörden in familienzerstörender Weise tätig sind. Die richterliche Unabhängigkeit verhindert die Umsetzung des Grundrechtsschutzes der Familie nach Artikel 6.
Richter entscheiden, ob unser Grundgesetz zur Anwendung kommt oder nicht.

Man fühlt sich bei solchen Berichten gedanklich immer wieder an vermeintlich längst vergangene totalitäre deutsche Staatssysteme erinnert .........Rechtsbeugung? Dieser "Begriff" steht zwar im deutschen Strafrecht jedoch kommt der "Straftatbestand" dank der mit der richterlichen Unabhängigkeit verbundenen impliziten Strafimmunität von Richtern nur in äußerst gravierenden Fällen zur Anwendung. Staatsanwälte sind weisungsgebunden. Nur "aufmüpfige" Staatsanwälte besitzen den Mut und die Durchsetzungskraft gegen ihre richterlichen Juristenkollegen zu ermitteln. In der Regel bleiben Ermittlungen wg. Rechtsbeugung aus ....dafür müssen deutsche Bürger auf ihre Grundrechte verzichten.

Es bedarf keines weiteren Kommentares, wenn die Autorin des Beitrages feststellt:
 Das Jugendamt Konstanz, seit 1995 zuständig für die Pflegeeltern, sieht allein in deren Verurteilung keinen Grund, die verbliebenen Pflegekinder anderswo unterzubringen. Man werde den Fall jedoch prüfen.
 "Anderswo"....das wäre beim Vater ....Das hier geschilderte "kindeswohlschädigende" Verhalten der Pflegeeltern scheint für das Jugendamt kein Anlaß zum Handeln. Was ist hier mit § 1631 BGB (§ 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge)? Gilt dieser etwa nicht für Pflegeeltern?

FAZIT:
  • 1. Das Recht von Kindern auf ihre leiblichen Eltern, auf Elternliebe und das Aufwachsen im Elternhaus scheint  - entgegen vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse - aus Sozialarbeitersicht nicht kindeswohlfördernd zu sein.
  • 2. Einmal getroffene Fehlentscheidungen von Jugendamtsmitarbeitern führen nicht zur Einsicht und Korrektur in den Ämtern, sondern zur Durchsetzung von weiteren Fehlentscheidungen mit Hilfe der Behördenmacht - dank fehlender Behördenkontrolle.
  • 3. Das Grundrecht gemäß Artikel 6 "Schutz der Familie" hat bei zahlreichen Jugendämtern bis heute keinerlei Bedeutung.....

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