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Montag, 10. August 2009

Moderatorin Eva Hermann rehabilitiert

Eva Hermann setzt sich in dem Projekt "familyfair" für die Anerkennung der hohen Bedeutung der Familie ein. Dabei wird natürlich auch die manchmal fragwürdige Herausnahme von Kindern aus liebevollen Familienbeziehungen z.B. wegen "Überforderung" in Frage gestellt: (Kindesentziehung - Der familiäre Supergau).

Nachdem Eva Hermann durch die verdrehende Interpretation ihrer Aussagen in einer Talkshow einen regelrechten Rufmord erleben musste, kann sie sich nun über ihre juristisch aufgearbeitete Rehabilitation freuen:

siehe dazu die Pressemeldung des Oberlandesgerichtes Köln :

8. OLG Köln: Eva Hermann gewinnt gegen Axel-Springer-Verlag
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Die Fernsehmoderatorin und Buchautorin Eva Herman hat heute auch im Berufungsverfahren gegen den Axel-Springer-Verlag vor dem Oberlandesgericht Köln Recht erhalten. Der 15. Zivilsenat verbot dem Verlag, die Moderatorin weiter falsch in der Weise zu zitieren, wonach sie den Nationalsozialismus in Teilen gutgeheißen habe, nämlich in Bezug auf die Wertschätzung der Mutter. Außerdem muss der Springer-Verlag eine Geldentschädigung von 25.000,- Euro zahlen und in einer weiteren Veröffentlichung richtig stellen, dass Frau Herman die Äußerung so nicht getätigt hat (Aktenzeichen OLG Köln 15 U 37/09).

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 06.09.2007 in Berlin präsentierte die Frau Herman gemeinsam mit ihrem Verleger ihr Buch "Das Prinzip Arche Noah - warum wir die Familie retten müssen" und äußerte sich dazu auch auf Fragen der anwesenden Journalisten. Darüber schrieb das von Springer verlegte "Hamburger Abendblatt" in seiner Print- sowie Internetausgabe in Bezug auf Hermans Äußerungen zur Politik des Nationalsozialismus: "Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter." Die Fernsehmoderatorin hat den Axel-Springer-Verlag daraufhin - gemeinsam mit der Redakteurin des Artikels - auf Unterlassung und auf Zahlung einer Geldentschädigung in Anspruch genommen und dahin argumentiert, dass ihr Persönlichkeitsrecht schwer dadurch beeinträchtigt werden, dass sie durch das Falschzitat als Sympathisantin der NS-Familienpolitik dargestellt werde. In Wahrheit habe sie sowohl im Verlauf der Pressekonferenz als auch bei anderen öffentlichen Auftritten stets deutlich gemacht, dass sie den Nationalsozialismus verabscheue.

Die Richter des Oberlandesgerichts gaben heute - wie in der Vorinstanz schon das Landgericht Köln - im Wesentlichen der Fernsehmoderatorin Recht. Das Zitat, das ihr in dem Artikel im "Hamburger Abendblatt" als eigene Äußerung in den Mund gelegt werde, sei falsch und entspreche nicht den tatsächlichen Äußerungen Hermans während der Pressekonferenz. In Wahrheit habe es sich um eine Interpretation bzw. eine Auslegung der tatsächlich von Herman anlässlich der Pressekonferenz gemachten mehrdeutigen Äußerung gehandelt. Dies hätte in dem Artikel aber deutlich gemacht werden müssen. Die der Fernsehmoderatorin mit dem Falschzitat zugeschriebene Aussage und Einstellung beeinträchtigte sie massiv in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und lasse sie in negativem Licht erscheinen, da die Äußerung letztlich den Unrechtscharakter des NS-Regimes bagatellisiere, indem sie diesen auf ein in jedenfalls Teilen erträgliches, in Wirklichkeit dann doch nicht so schlechtes Maß reduziere. Mit dem Falschzitat werde Frau Herman auch die inhaltliche Billigung der NS-Mutterrolle als Gebärerin arischen Nachwuchses zugeschrieben. Dadurch werde sie in ihrer sozialen Wertgeltung massiv beeinträchtigt und herabgewürdigt, was insofern besonders schwer wiege, als Frau Herman als Nachrichtensprecherin eine hohe Bekanntheit und Vorbildfunktion genoss und besonderen Anforderungen an Seriosität und Neutralität zu genügen hatte.

Mit Rücksicht auf die schwer wiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung und das Maß des Verschuldens auf Seiten des Verlags hat der Senat auch eine Geldentschädigung in Höhe von 25.000,- Euro zugesprochen. Da die Aussage in hohem Maße geeignet gewesen sei, das öffentliche Ansehen Eva Hermans massiv zu beschädigen, hätten die verantwortlichen Redakteure des Beitrags sich durch einfache und zeitnahe Nachfrage vergewissern können und müssen, ob die Äußerung Hermans tatsächlich so bei der Pressekonferenz gefallen war, zumal dort keine vorbereitete Erklärung verlesen worden sei, sondern freie Redebeiträge gewechselt worden seien.

Auch hätte leicht klargestellt werden können, dass es sich um eine Interpretation der Äußerung Hermans gehandelt habe. Bei der Bemessung der Entschädigung hat der Senat allerdings nicht berücksichtigt, dass die dem Artikel nachfolgende Medienkampagne die berufliche und private Existenz Hermans erheblich beeinträchtigt hat. Für diese weiteren Auswirkungen sei nicht allein der Springer-Verlag verantwortlich zu machen.

Die Revision gegen das heutige Urteil wurde vom Senat nicht zugelassen; der Verlag kann allerdings binnen eines Monats nach Zustellung des Urteils Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesgerichtshof erheben.

Die Entscheidung ist in etwa zwei Wochen im Internet unter www.nrwe.de abrufbar.

In 3 weiteren Verfahren musste das Oberlandesgericht kein Urteil mehr fällen, da der Springer-Verlag bzw. die beklagte Redakteurin ihre Berufungen gegen die landgerichtlichen Urteile schon vorher zurückgenommen hatten. Danach darf "Bild" bzw. die entsprechende Internetpublikationen Herman nicht mehr als "dumme Kuh" bezeichnen. Diese Formulierung hatte Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner nach dem Rausschmiss der TV-Moderatorin aus der legendären "Johannes B. Kerner"-Sendung in seiner Kolumne "Post von Wagner" verwendet. Schon das Landgericht hatte dies als Beleidigung angesehen und Herman einen Schadenersatz in Höhe von 10.000 Euro zuerkannt.

Quelle: Pressemitteilung des OLG Köln v. 28. Juli 2009

1 Kommentar:

  1. Netiquette von FOCUS online


    Mein Beitrag zu einem Artikel über Eva Hermann, aus dem ich folgendes Zitat entnommen habe:
    Sie lässt sich durch ihre ausgeprägte Profilneurose in die völlig falsche Richtung drängen."


    Hier:
    Wer bestimmt die Richtung? Man hätte ja auch sagen können, dass "unsere" Gesellschaft einer Profilneurose unterliegt. Die Profilneurose unserer Gesellschaft wird natürlich nicht sichtbar, weil sie dominiert und das Dominierende bekommt meist recht. War in der NS Zeit ja nicht anders... Mütter waren schon immer der Verlierer.

    Reaktion von Focus:
    wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht. Die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben können, entnehmen Sie bitte unserer Netiquette:http://www.focus.de/community/netiquette Eine Erläuterung der Ablehnung ist aus personellen und zeitlichen Gründen nicht möglich. Ihr FOCUS-Online-Administrationsteam (Dies ist eine automatisch generierte Nachricht, bitte antworten Sie nicht an diesen Absender.)


    Dazu möchte ich mal folgendes mitteilen:

    Ich als Kommentator habe nichts anderes gemacht, wie der Ehemann der Eva Hermann und Focus scheint hier wohl Netiquettenverstöße nach gut Dünken auszuteilen.

    Folgende E-mail bekam ich von Focus einen Tag zuvor:

    Sehr geehrte XY

    wir haben Ihren Account für das FOCUS Online Forum gesperrt. Dies ist ein Diskussionsforum und nicht Ihre persönliche Profilierungsplattform.

    Schöne Grüße
    Leo Etzel
    Community-Redaktion



    Sehr geehrte Frau Etzel,

    ich werde den Spieß mal umdrehen und diesen Kommentar veröffentlichen, weil sie gegen "meine" Netiquette verstossen haben.

    Im Übrigen habe ich ein sehr großes Bedürfnis die Familien mit samt ihren Kindern zu schützen, wie es einige andere auch machen und es wäre sehr aufmerksam, wenn sie davor ein wenig mehr Respekt haben. Das Gleiche gilt für unsere Gesellschaft, die dieses politische Problem mit wegschauen kommentiert.

    Man kann nicht auf der einen Seite eine Ursula von der Leyen absetzen wollen, weil sie falsche Politik betreibt und anderseits stillschweigend zusehen/zulassen, was hier in Deutschland mit unschuldigebn Familien passiert, besonders mit Heimkindern, die auf Staatskosten in den Genuss kommen dürfen missahndelt zu werden

    Das ist unterlassene Hilfeleistung und so etwas kann ich allein schon aus moralischen Gründen nicht aktzeptieren.

    Und im übrigen nennt man so etwas, was hier in Deutschland Familien erleben, die gewaltätigste Mobbingform, die ich persönlich erleben durfte und es gibt zum Glück Menschen, die das auch nicht tollerieren und darunter fällt auch Andreas, oder Frau Etzel?


    in harmony

    your friend

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