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Mittwoch, 17. Juni 2009

Wenn (Jugendamts-)Betroffene sich Vereinen anschließen....

um sich helfen zu lassen, sollten sie einige wichtige Regeln beachten:

1. Kosten
Versichern Sie sich, welche Kosten für die Mitgliedschaft entstehen und gegebenenfalls welche zusätzlichen Kosten im Falle einer persönlichen Unterstützung auf Sie zukommen.

2. Vereinssatzung
Ausschlaggebend für das was Sie von einem Verein zu erwarten haben, ist zunächst die Satzung des jeweiligen Vereines. Diese Satzung muss jedem Mitglied zugänglich gemacht werden. Nicht immer jedoch arbeiten Vereine satzungsgemäß. Die Seriosität eines Vereines erweist sich daher oftmals erst durch das Handeln der Vereinsführung.

3. Mitgliedschaft
In der Regel bekommen Sie dafür eine Mitgliedsbescheinigung. Fordern Sie diese umgehend nach Einzahlung Ihres Mitgliedbeitrages an. Hier gibt es oft spezielle Regelungen, welche Sie ebenfalls nur aus der Vereinssatzung entnehmen können. Lassen Sie sich also die Vereinssatzung aushändigen oder rufen diese ggf. auf einer vorhandenen Vereinswebseite ab, bevor Sie sich entscheiden irgendwo Mitglied zu werden.

4. Vorsichtsmaßnahmen
Hinweise für unseriöse Vereinsführungen können z.B. ungewöhnliche "hochrangige Titulierungen" für Vorstände sein. Wenn ein kleiner unbekannter Verein einen "Präsidenten" hat, dann scheint Vorsicht geboten. Hochtrabende Titel sagen wenig über die Qualität eines Vereines ,sondern vielmehr etwas über das Geltungsbedürfnis der Vereinsführung aus. Laut BGB hat ein Verein normalerweise einen Vereinsvorstand, welcher sich zusammensetzt aus einem Vorstand und einem stellvertretenden Vorstand. Beim "erweiterten" Vorstand handelt es sich um Personen, welche den beiden vereinsführenden Vorständen zur Seite stehen: z.B. ein Kassenwart und mit anderen wichtigen Aufgaben betraute Personen.

4.1. Rechte und Pflichten von Vorständen
Ein Verein existiert insbesondere durch seine Mitglieder. Vereinsvorstände vertreten daher die Interessen der Mitglieder. Diese Mitgliederinteressen sind in der Vereinssatzung festgehalten und diese Satzung ist für die Vorstände bzw. die gesamte Vereinsvertretung verbindlich !

Vorstände vertreten die Mitglieder des Vereines in Gerichtsverfahren und anderen den Verein betreffenden Angelegenheiten. Dabei dürfen sie nicht ihre persönlichen Interessen, sondern müssen die Interessen der Mitglieder vertreten: denn für etwaige Verbindlichkeiten haften die Mitglieder! Daher sind die Vorstände auch allen Mitglieder rechenschaftspflichtig.

Aus diesem Grund sieht das Gesetz auch vor, dass ein neuer Vorstand nur durch die Vereinsmitglieder gewählt werden kann.

4.2. Zahlungen an Vorstände und Vereinsmitglieder
Ein Verein ist verpflichtet, um seine Gemeinnützigkeit unter Beweis zu stellen, dass sowohl die Einnahmen, als auch die Ausgaben ordentlich über das Vereinskonto verbucht werden und regelmässig darüber dem Finanzamt Auskunft erteilt wird.

Sämtliche Kosten und Aufwandsentschädigungen müssen klar ausgewiesen werden, was heißt, dass nur solche Kosten von Mitgliedern erstattet werden müssen, welche in der Vereinssatzung festgehalten werden.

Mitglieder haben Anspruch auf eine Aufschlüsselung der Kosten für Aufwandsentschädigungen. Zahlen Sie daher nie etwas ohne eine Rechnung und zahlen Sie grundsätzlich nie in bar, es sei denn der Zahlungsempfänger bestätigt Ihnen die Zahlung per Zahlungs- oder Rechnungsquittung.

Sofern Vorstände / Vereinsmitglieder von Ihnen Barzahlungen oder Einzahlungen auf ihr Privatkonto verlangen ist größte Zurückhaltung angesagt. Hier ist davon auszugehen, dass eine eigennützige ungerechtfertigte "Bereicherung" stattfindet und dies ist, wie Schwarzarbeit auch, schlicht verboten.

Jedes Vereins- oder Vorstandsmitglied, welches im Namen eines Vereines tätig wird, darf von Ihnen keine Zahlungen in bar oder gar auf ein Privatkonto verlangen. Auch wenn es sich um angeblichen "privaten" Aufwand handelt, muss jedes Mitglied bzw. jeder Vorstand auch seine privaten Kosten über das Vereinskonto abwickeln.

Geschieht dies nicht, dann werden oder sind Sie betrogen worden.


Daher: Auch wenn Ihre Not groß ist, sollten Sie dabei nicht vergessen, dass nur wenige Menschen tatsächlich zu absolut selbstloser Hilfe bereit sind, selbst wenn sie sich diesen Anschein geben sollten. Bevor Sie Hilfe annehmen, fragen Sie sicherheitshalber immer vorher nach, welche Kosten Ihnen dabei entstehen. Und auch hier gilt: Wichtig ist, dass Sie eine Aussage im Nachhinein z.B. durch einen Zeugen oder ein Schreiben (auch Email) belegen können.....

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