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Donnerstag, 25. Juni 2009

14% mehr Inobhutnahmen durch Jugendämter im Jahr 2008

Laut Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes gab es in 2008 einen Anstieg der Jugendamtsinobhutnahmen von 14 % (Pressemitteilung Nr. 234 vom 25.06.2008):
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WIESBADEN - Im Jahr 2008 haben die Jugendämter in Deutschland 32 300 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das sind rund 4 100 (+ 14,4%) mehr als 2007. Gegenüber dem Jahr 2005 beträgt die Steigerung 26%. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden.

Anmerkung der Blogautorin: Man darf dabei nicht vergessen, dass "Inobhutnahmen" in der Mehrzahl der Fälle in langfristige Heimaufenthalte etc. pp. umgewandelt werden und Jugendämter die Vormundschaft vor Familiengerichten beantragen und mit Hilfe von fragwürdigen Psychologischen Gutachten und "hilfsbereiten" Verfahrenspflegern (oftmals Juristen) auch übertragen bekommen....

Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Initiative Anderer (etwa der Polizei oder Erzieher) in Obhut und bringen sie - meist für Stunden oder einige Tage - in einer geeigneten Einrichtung unter, etwa in einem Heim.

Anmerkung: In der Regel findet keine Abwägung statt, zwischen den Nachteilen einer Fremdbetreuung und Heimerziehung, zwischen dem Abbruch sämtlicher sozialer Beziehungen und dem notwendigen Neuaufbau der betroffenen Kinder in den Heimen. Weiterhin findet oft auch keine Abwägung statt, welche Nachteile der Entzug des Elternkontaktes und der Elternliebe auf die psychische Situation des betroffenen Kindes hat. Oft werden nur oberflächlich äußere Faktoren betrachtet (Sauberkeit, Struktur im Alltag, mögliche zukünftige Gefährdungen, vermutete Erziehungseinschränkungen, Lern- und andere Behinderungen der Kinder) und der Entzug ohne Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Belange der Kinder durchgezogen!

Bereits um die Jahrtausendwende hatte die Zahl der jährlichen Inobhutnahmen bei über 31 000 gelegen,
war dann aber bis 2005 auf 25 700 gesunken. Seitdem ist die Zahl wieder deutlich angewachsen.
Berücksichtigt man die rückläufige Zahl junger Menschen in der Bevölkerung, zeigt sich gegenüber dem Jahr 2000 auch eine gestiegene Intensität der Inobhutnahmen: Im Jahr 2000 wurden 20 von 10 000 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in Obhut genommen, im Jahr 2008 waren es 23 von 10 000.

Insbesondere in der Altersstruktur der in Obhut genommenen Kinder hat es
erhebliche Veränderungen gegeben. Der Anteil der unter Dreijährigen an allen in Obhut genommenen Minderjährigen hat sich von 5% im Jahr 2000 auf 10% im Jahr 2008 verdoppelt. Bei den Drei- bis Achtjährigen stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 9 auf 14%. Im Jahr 2000 wurden, wiederum auf die Bevölkerung bezogen, 6 von 10 000 Kindern unter neun Jahren in Obhut genommen, im Jahr 2008 waren es dagegen 12 von 10 000. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Jugendämter verstärkt den Schutz jüngerer Kinder im Blick haben.

Anmerkung: Möglich, dass Jugendämter den Schutz jüngerer Kinder mit der frühen Inobhutnahme beabsichtigen. Übersehen wird hier allerdings, dass eine Inobhutnahme jüngerer Kinder, wenn sie nicht notwendig ist, auch zu langfristigen Schäden bei den Kindern führen, welche von zahlreichen Jugendamtsmitarbeitern nicht bedacht werden.
Die Tatsache, dass ich in etlichen Fällen der frühen Inobhutnahme feststellen muss, dass mutmaßlich "Pflegefamilien" mit anvisierten Dauerinobhutnahmen bedient werden und betroffene Eltern ohne Grund auch der gesetzliche Umgang verwehrt wird, stimmt mich sehr sehr nachdenklich.

Der mit Abstand meistgenannte Anlass für die Inobhutnahme war die
Überforderung der Eltern (in 44% aller Fälle). Bei 7 700 Kindern und Jugendlichen oder 24% der Fälle waren Vernachlässigung beziehungsweise Anzeichen für Misshandlung oder für sexuellen Missbrauch festgestellt worden.

Der Grund "Überforderung der Eltern" für 44 % aller Fälle ist für mich gleichfalls ein Hinweis, dass mit einem pauschalen Verdacht, welcher nur schwer beweisbar ist, zahlreiche Kinder ohne Grund ihren Herkunftsfamilien gesetzes- und grundrechtswidrig entzogen wird.

Weitere kostenlose Informationen gibt es im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/publikationen, Suchwort "Inobhutnahmen".

FAZIT: Eine der traurigsten Pressemitteilungen, welche ich in meinem Leben je erhalten habe, besagt sie doch, dass zunehmend Kinder nicht bei ihren Eltern aufwachsen dürfen und Opfer des Wirtschaftszweiges der wachsenden "Heimindustrie" geworden sind............Wie sinnvoll könnte man mit einem Bruchteil des Geldes "überforderten" Familien helfen, denn ein fremd untergebrachtes Kind kostet jeden Monat zwischen 4.000 und 6.000 Euro.

Viel Steuergeld geht hier den Bach hinunter und sorgt auch noch für viele Kindheiten fernab der Eltern, der Geschwister und der Verwandschaft.....einfach weil fachlich schlecht ausgebildete staatliche (oft selbst kinderlose) Jugendamtsmitarbeiter konstatieren, dass Eltern überfordert seien.......

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