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Samstag, 18. April 2009

Elternrechte und Amtsvormundschaft

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter hat zur Amtsvormundschaft der Jugendämter eine Zusammenstellung der Pflichten von Vormündern herausgebraucht.
Darin steht Seite 16:
"Wird dementsprechend ein professionelles Selbstverständnis zu Grunde gelegt, in dem die Mündelperspektive bzw. der auf Vertrauen aufbauende Kontakt zum Mündel Handlungsbasis ist, besitzt das professionelle Handeln dann Qualität,
  • wenn sensibel und respektvoll mit Kindern und Jugendlichen und ihrer Herkunftsfamiliesowie mit anderen Bezugspersonen umgegangen wird (Adressatenorientierung),
  • wenn vor allem die Förderung der kindlichen und jugendlichen Fähigkeiten und Interessen und weniger die Beseitigung ihrer Defizite im Vordergrund des Interesses stehen (Kompetenzorientierung),
  • wenn im Vorhinein der fachlichen Entscheidungen Offenheit und Ungewissheit akzeptiert werden (Prozessorientierung),
  • wenn es gelingt, das Kind oder den Jugendlichen an den Entscheidungsprozessen des Jugendamtes (z. B. den Hilfeplangesprächen) zu beteiligen (Beteiligung).
Wenn der Amtsvormund seine Pflichten verletzt kämen folgende rechtliche Anspruchsgrundlagen zum Tragen (Zitat Seite 6):

Haftung des Vormundes
Führt der Vormund seine Geschäfte unsachgemäß und tritt dadurch ein Schaden ein, löst dies Schadensersatzpflichten aus. Die Haftungsansprüche richten sich gegen die Behörde (Jugendamt).
Bei Pflichtverletzungen gegenüber dem Minderjährigen kommen als Anspruchsgrundlagen sowohl Amtshaftungsansprüche nach § 839 BGB i. V. mit Art. 34 GG als auch Staatshaftungsansprüche nach § 1 Abs. 1 StHG sowie Ansprüche nach den für die Haftung des Vormundes geltenden Bestimmungen des § 1833 BGB in Betracht.
Wird durch die Pflichtverletzung ein Schaden Dritter ausgelöst, kommt ein reiner
Amtshaftungsanspruch in Frage. Bei grob fahrlässigem Verhalten oder Vorsatz kann die Behörde auf den einzelnen Mitarbeiter oder die einzelne Mitarbeiterin zurückgreifen."

Folgende Pflichten hat ein Vormund gegenüber den Eltern bzw. einstigen Sorgeberechtigten:

Zusammenarbeit mit beteiligten Dritten
Eltern
Der Vormund sollte die Eltern des Kindes nach Möglichkeit kennen. Die Regelungen
des § 1684 BGB (Umgang des Kindes mit den Eltern) und des § 1686 BGB (Auskunft
über die persönlichen Verhältnisse des Kindes) müssen beachtet werden. Die Eltern
sind über Aufgaben und Funktion des Vormundes aufzuklären. Unter Berücksichtigung des Kindeswohls und einer evtl. Rückführungsperspektive soll der Vormund die Eltern beteiligen.
Weitere ausführliche Informationen zum Thema: Amtsvormundschaft im PDF:
Arbeits- und Orientierungshilfe für den Bereich der Amtsvormundschaften und –pflegschaften

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