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Dienstag, 17. Februar 2009

Prügelknaben Jugendamtsmitarbeiter: zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit, zu wenig Personal

Heute geht es um die andere Seite der Medaille und um ein dahinter liegendes politisches Problem:

Jugendämter und ihre Mitarbeiter werden ja nicht gerne und freiwillig zu "Prügelknaben" von jugendamtsgeschädigten Eltern. Wie jener Kommentator, wollte ich auch nicht unbedingt eine Tätigkeit als Jugendamtsmitarbeiterin inne haben:
Wenn ich mit meinen Bekannten aus Jugendämtern etc. spreche, die dort schon lange Jahre arbeiten, sagen die mir meistens, das zwischenzeilich die Leute frisch nach dem Studium dort eingestellt werden, und nach einigen Monaten schon wieder, jetzt mit Berufserfahung, wechseln intern oder extern oder einfach Schwanger werden aus beruflicher Verzweiflung. Das große Teile der Berichte etc.daher keine Qualität bieten, versteht sich daher von Selbst. Durch meine Berufserfahrung kann ich es zum Glück auch vermeiden im Jugendamt arbeiten zu müssen, um bloß als Prügelknabe herhalten zu müssen.(Quelle: Kindesmisshandlung durch Jugendämter und Co., Kommentar von H.L.)
Es wird sehr deutlich, dass diese Tätigkeit und die von Staats wegen darin enthaltene Ausbeutung der Arbeitskräfte erst zu den schlechten Verhältnissen führen kann. Ähnlich wie im Lehrerberuf, wurden die Aufgaben und die Verantwortung ständig ausgeweitet, ohne dafür Sorge zu tragen, dass für die gestellten Aufgaben und die damit verbundene Verantwortung auch genügend qualifiziertes Personal vorhanden ist, welches sich um die wachsenden Probleme in den Familien kümmern kann.

Jugendämter sind Steuerungsbehörden und an der Qualität ihrer Arbeit liegt es, ob ihr Tätigwerden in den Familien erfolgreich sein kann. Während offenbar immer mehr Finanzmittel in die Fremdunterbringung gesteckt werden (für ein fremd untergebrachtes Kind könnte man einen Jugendamtsmitarbeiter einstellen), wird andererseits an der Stelle gespart, wo durchaus präventiv gearbeitet werden könnte: in der Behörde selbst.

Manche Fremdunterbringung könnte überflüssig werden, wenn Jugendamtsmitarbeiter die für jeden Fall notwendige Zeit zur Verfügung hätten.......

Nur wenige Persönlichkeiten halten dem hohen Druck stand und so werden immer mehr Kinder rein vorsorglich aus den Familien genommen und viele Jugendämter entledigen sich auf diese Weise ihrer Verantwortung. Solange der Staat sich um die in Kinderheimen und Pflegefamilien oft bestehende "kindeswohlgefährdende" Situation nicht kümmert, scheint in vielen Ämtern, diese Form von "Entlastung" stattzufinden......

Glücklicherweise gibt es immer wieder auch Jugendämter, welche das Spagat einer professionellen Arbeit unter hohem Zeitdruck und psychischer Belastung zustande bringen, oder sogar Arbeitsmodelle entwerfen, welche von vornherein einen Familienerhalt bzw. eine familiäre Förderung zum Ziel haben. Von diesen Jugendämtern wird hier nicht viel zu lesen sein.......denn wirklich zufriedene Eltern sehen keinen Anlass, mitzuteilen, dass ihnen wirklich echte Hilfe zuteil geworden ist......

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